Aktuelles:

Wir sind echt stolz auf unsere Dharani, von der die Stickerei auf dem Foto stammt. Sie ist inzwischen 23 Jahre alt und kommt zu Deepam seit, sie zwei war. Leider hat sie ein Sturge-Weber-Syndrom, eine angeborene neurologische Erkrankung, die mit schwerer Epilepsie und anderen Komplikationen einhergeht. Ihre Eltern sind beide an HIV verstorben, und Dharani musste in ihrem Leben viele Schwierigkeiten und Traumata meistern. Glücklicherweise kümmert sich ihre ältere Schwester liebevoll um sie. Über die Jahre hat Dharani bei Deepam Krankengymnastik, Bildung, sowie medizinische und soziale Hilfen erhalten und hat unglaubliche Fortschritte gemacht. Zu normalen Zeiten betreuen wir sie in unserer Ganztagesgruppe und in unserem Werkraum. Ihre Stickerei aus der schwierigen aktuellen Zeit hat eine starke Botschaft: “Hallo, ich bin Dharani, ich vermisse die Deepam Schule und möchte euch alle wiedersehen. Wir werden gegen Corona gewinnen!”

Viele von Ihnen möchten gerne wissen, wie es uns hier in Indien geht. Es war traurig, Deepam im März für unsere Kinder wegen COVID-19 schließen zu müssen. Bis Ende Mai galt in Indien eine totale Ausgangssperre. Nur essenzielle Services durften geöffnet sein. Schulen, Universitäten und fast alle Geschäfte und Fabriken waren geschlossen. Alle öffentlichen Verkehrsmittel, sowie Inlands- und internationale Flüge wurden komplett eingestellt. Wir waren alle angehalten, zu Hause zu bleiben, außer zum Einkaufen von Lebensmitteln, was nur morgens erlaubt war. Inzwischen wurden Industriebetriebe nach und nach hochgefahren, Läden und Restaurants dürfen wieder geöffnet sein. Allerdings bleiben Schulen, Therapie- und Sporteinrichtungen geschlossen. In der Öffentlichkeit ist es weiterhin Pflicht, Schutzmasken zu tragen und es gelten Abstandsregelungen.
Seit es wieder öffentliche Verkehrsmittel und Inlandsflüge gibt, nimmt die Zahl der mit COVID-19 infizierten Personen auch in Auroville und den umliegenden Dörfern zu – zuvor gab es bei uns für fast vier Monate kaum Fälle. Mittlerweile hatten wir den ersten Corona-Fall in unserem Team. Zum Glück hat sich unsere Mitarbeiterin schnell davon erholt. Allerdings waren alle MitarbeiterInnen für einige Tag zuhause in Quarantäne und glücklicherweise hatte sich niemand angesteckt. Auroville hat die Handhabung von positiven Fällen gut im Griff, doch wir müssen mit mehr Infizierten rechnen, da in der naheliegenden Stadt Pondicherry die Zahlen extrem steigen. Wir sind sehr betroffen, dass kürzlich der Mann einer jungen Sprachtherapeutin, die vor Corona einmal pro Woche bei Deepam mitarbeitete, an COVID-19 verstorben ist.

Da unzählige Menschen in Indien von dem leben, was sie am Tag verdienen, haben sie kein Bargeld zur Verfügung – dies betrifft auch viele der Familien unserer Kinder und Jugendlichen. Die Regierung verteilt zwar eine gewisse Menge an Reis, Hülsenfrüchten, Öl und Zucker an die ärmsten Haushalte der Bevölkerung, aber kein Gemüse oder Obst. Die Lebensmittelpreise steigen stetig. Zum Glück konnten mittlerweile viele Menschen ihre Arbeit wieder aufnehmen, allerdings hat die Arbeitslosigkeit extrem zugenommen.

Wir wissen nicht wann wir Deepam wieder für unsere Kinder öffnen können. In 28 Jahren hatten wir nie so lange geschlossen! Unsere Mitarbeiter stehen mit unseren Kindern und deren Familien in Kontakt, und wir helfen mit Lebensmitteln, Medizin und geben einzelnen Kindern Hausaufgaben. Für einige unserer Jugendlichen konnten wir mittlerweile initiieren, dass sie, solange Deepam nicht öffnen darf, stundenweise auf einer Farm in Auroville mithelfen dürfen. Sie tun es voller Enthusiasmus. Auch planen wir, für einige andere unseren Handwerksraum zu öffnen.

Auf keinen Fall möchten wir unsere engagierten MitarbeiterInnen entlassen – es steckt viel Training und Input dahinter, ein gutes Team aufzubauen. Zum Glück können wir vorerst noch unseren elf Beschäftigten ihr Gehalt überweisen – doch wir werden mit Spendeneinbußen rechnen müssen und freuen uns über jede finanzielle Unterstützung in dieser schwierigen Zeit.
Wir hoffen sehr, dass wir alle gesund und sicher bleiben und das Gleiche wünschen wir Ihnen auch!

Hilfen bei Deepam, während der lang anhaltenden COVID-19 Pandemie:

 Hilfe bei Deepam

Hausbesuche bei unseren Kindern in verschiedenen Dörfern

 Einige Eltern üben mit ihren Kindern zu Hause